Guilty wird seit November 2017 gesucht, nachdem sie als Beistellpferd nach Visselhövede abgegeben wurde.

 


Die ganze Geschichte - erzählt von ihrer Vorbesitzerin:

 

"Mein Pferd Guilty (geb.1997) habe ich im Novenmber 2014 mit Schutzvertrag und Vorkaufsrecht an meine Reitbeteiligung Frau M. verkauft, weil ich mit Zwillingen schwanger war. Wir waren in der Zeit nach dem Verkauf regelmäßig in Kontakt und ich wurde sehr umfangreich über das Befinden meines Pferdes informiert. Am Freitag 10.11.2017 setzte mich Frau M. darüber in Kenntnis (per Whatsapp), dass sich sich von Guilty trennen müsse und hat mich gefragt, ob ich sie zurück nehmen möchte. Das kam für mich sehr plötzlich und ich schrieb ihr, dass das wahrscheinlich nicht möglich sei, ich es aber mit meinem Mann besprechen würde. Ich schlug ihr vor, doch einfach mal eine Anzeige bei ebay Kleinanzeigen einzustellen und wies sie aber auch darauf hin, dass es sicher nicht leicht sein wird, ein so altes und krankes Pferd (Arthrose und leichten chronischen Husten) in gute Hände zu verkaufen bzw. abzugeben. Daraufhin schrieb sie, dass es auch nicht eilig sei und sie - wenn überhaupt Guilty - nur mit Schutzvertrag abgeben würde.


Bereits am Samstag (keine 24 Stunden später) informierte mich Frau M., dass noch am selben Tag jemand kommen würde und sich Guilty anschauem möchte und sie dann auch gleich mit in ihr neues zu Hause nehmen würde. Ich war schockiert!!! Das ging einfach zu schnell!!! Wer kauft ein so altes und noch dazu krankes Pferd????

 

Völlig aufgelöst und überrumpelt machte ich mich umgehend auf den Weg in den Stall, wo Guilty untergebracht war und teilte Frau M. mit, dass sie das Pferd nicht eher vom Hof lassen solle, bevor ich mir die Leute angeschaut habe.

Als ich dort ankam, war der Kaufvertrag zwischen den beiden Parteien bereits unterschrieben und das Pferd sollte verladen werden. Ich fragte kurz noch ein paar Dinge ab und mir wurde berichtet, das Guilty als Beistellpferd zu dieser Frau B. zu zwei weiteren Pferden kommen soll, damit ein Pferd von ihr nicht alleine steht, wenn das andere geritten wird. Die Pferde würden direkt bei ihr am Haus in einem Offenstall stehen.

 

Die Dame suchte angeblich schon seit 3 Monaten und hatte mit den anderen Pferden, die sie sich angeschaut hatte, viel Pech und es sei nun wirklich dringend. Sie drängte dann ein wenig und wollte das Pferd schnell verladen, damit sie noch vor Einbruch Dunkelheit zu Hause ankommen würde. Sie schlug vor, dass ich das Pferd doch besser auf den Anhänger führen solle, da die Stute mich ja kenne und das ja stressfreier fürs Pferd sei - und dann begang ich den größten Fehler meines Lebens und gab dieser Person "mein" Pferd mit.


Ich hatte die ganze Zeit ein verdammmt ungutes Bauchgefühl und habe eigentlich gespürt, dass da was nicht stimmt. Ich sagte der Dame noch, dass wir Guilty besuchen kommen und wir sie wieder abholen würden, falls es ihr dort nicht gut gehen sollte. Daraufhin sagte sie: "da habe ich dann aber auch noch ein Wörtchen mitzureden". Spätestens nach dieser Aussage hätte ich reagieren müssen und das Pferd wieder abladen sollen. Aber ich tat es einfach nicht und diesen fatalen Fehler kann ich mir bis heute nicht verzeihen.


ICH HÄTTE ES VERHINDERN KÖNNEN, das ist das Schlimmste an dieser ganzen Geschichte!!! ICH HÄTTE ES VERHINDERN KÖNNEN, aber ich glaubte, wie bislang immer, an das Gute im Menschen und habe schlichtweg vertraut.


Die Frau fuhr mit Guilty davon und ich bat umgehend Frau M., mir die Kontaktdaten dieser Dame zu schicken. Noch vor Ort googelte ich nach dieser Person und dias erste Wort, dass ich auf der ersten "google Seite" gefunden habe, war "Pferdehändler". Ich brach in Panik aus und versuchte Frau M. weiter über diese Leute auszufragen. Sie sagte nur, dass es ja nicht sein könne und es sich alles so toll angehört hätte, sie habe in zwei Wochen Urlaub und würde Guilty dann dort besuchen, um nach ihr zu schauen.

Wir redeten uns in dem Moment alles "schön" und wollten auch nicht wahr haben, dass wir an "solche" Leute geraten sind. Mit einem schrecklichen Gefühl fuhr ich nach Hause und recherchierte den ganzen Abend/Nacht im Internet weiter und es bestätigte sich leider, dass es Pferdehändler sind. Sogar die ARD hat bereits im Juli 2017 über die Familie B. aus Visselhövede im Fernsehen berichtet.

Ich organisierte noch am selben Abend einen Pferdeanhänger mit Zugfahrzeug und bin mit zwei Freundinnen am Sonntag (12.11.17) nach Visselhövede gefahren, um Guilty von dort zurückzukaufen.

Vor Ort angekommen, begutachteten wir zu Fuß erstmal die Adresse, die wir von der Dame hatten. An dem Haus standen keine Pferde und auch Guilty war weit und breit nicht zu sehen. Es bestätigte sich also, dass die Frau tatsächlich gelogen hat. Wir sind auch noch im Ort umhergefahren bzw. gegangen und sind den Hinweisen aus dem Fernsehbericht nachgegangen. Ebenso haben wir Menschen aus dem Ort befragt. "Pferdehändler" wurde bestätigt und Sätze wie "mit denen sollte man keine Geschäfte machen" wurden gesagt.
Nun blieb mir nichts anderes übrig, als bei dieser Adresse zu klingeln. Ein Kind öffnete mir die Tür und ich fragte nach Frau B., die dann auch an die Tür kam. Ich sagte ihr höflich, dass ich Guilty gerne zurückkaufen möchte, doch wir wurden leider lautstark des Grundstücks verwiesen. Auch ihr Mann fing an, auf uns "einzubölken". Mit denen war also nicht zu reden und ein Rückkauf war nicht möglich! Kein vernünftiges Wort konnte gewechselt werden. Erschüttert und fürchterlich enttäuscht, blieb uns nichts anderes übrig, als wieder die Heimfahrt anzutreten.


Rein rechtlich gesehen habe ich persönlich leider keinerlei Handhabe, gegen diese Leute vorzugehen. Auch der Vertrag, den Frau M. mit der Dame geschlossen hat, ist wirksam, da es sich um einen ganz normalen Kaufvertrag handelt. Dennoch lässt es mir keine Ruhe und ich möchte herausfinden, was mit Guilty geschehen ist.

 

Seitdem recherchiere ich täglich, konnte sogar Kontakt zur ARD aufnehmen und habe weitere Menschen gefunden, die ihre Pferde als Beisteller an die Familie B. aus Visselhövede abgegeben oder verkauft haben. Auch startete ich etliche Aufrufe bei Facebook, ebay Kleinanzeigen usw. Meine Recherchen ergaben u.a., dass Frau B. schon vorher unter dem Namen K. Pferde gekauft hat.

 


Ich könnte nun noch so einiges berichten, aber das würde hier wohl den Rahmen sprengen, nur eins weiß ich heute: es stecken sehr, sehr viele Handler unter einem Hut, die alle die gleiche Masche vorspielen. Zwischenzeitlich wurden die Behörden von uns informiert, die meines Wissens nach bereits in der Vergangenheit gegen diese Familie B. ermittelt haben, zumal Frau B. Sozialhilfeempfängerin zu sein scheint. Anscheinend kauft sie die Pferde auf, die ihr Bruder dann gewinnbringend weiterveräussert.


Durch die Vorkommnisse um die verschwundenen Pferde aus Grasberg und Umgebung scheint in juristischer Hinsicht Bewegung in die Sache zu kommen denn Verbindungen zu diesen Fällen können nicht ausgeschlossen werden."

 


Nunzia P.

 

 

 

Hinweis: für die Richtigkeit der Schilderungen übernimmt der Seitenbetreiber keine Verantwortung, da es sich hierbei um einen persönlichen Erfahrungsbericht handelt.