Das Schicksal der braunen Traber-Stute Titzia (Name geändert) konnte geklärt werden. Sie fand ihr Ende in einem Schlachthaus im Emsland.

 

Auch Sabine Behrens (Name geändert) hatte ihre Stute Titzia guten Gewissens der Dame aus Grasberg überlassen. Titzia hatte eine unheilbare Huferkrankung. Auf den hügeligen Wiesen im Zuhause von Sabine hätte die Stute nicht mehr ohne Beschwerden laufen können.

 

Die Überlegung, Titzia von ihren Schmerzen zu befreien, wurde durch den behandelnde Tierarzt zunichte gemacht, da die ansonsten gute Grundkonstitution der Stute eine Euthanasie nicht zuließ. Titzia war als Nicht-Schlachtpferd deklariert, so dass auch diese Lösung nicht in Betracht kam.

 

Nach reiflicher Überlegung und aufgrund der Empfehlung des behandelnden Tierarztes, begab sich Sabine auf die Suche einem geeigneten Beistellplatz in ebener Umgebung. So stolperte sie über die Annonce mit der Überschrift

 

Eine schöne Rentneraufgabe an der See zu vergeben“.

 

Die darin beschriebenen Haltungsbedingungen erschienen Sabine ideal für ihre Titzia und so nahm sie Kontakt zu der Dame auf. Nach ausgiebiger Überlegung war die Entscheidung getroffen. Titzia sollte ihren Altersruhesitz im Norden verbringen dürfen.

 

Im Januar 2016 wurde sie in Grasberg an die neue Besitzerin übergeben, die an diesem Tag etwas nervös wirkte. Später stellte sich auch heraus, warum? Sie erwartete an diesem Tag noch zwei weitere Pferde und musste daher vermutlich darauf hoffen, dass sich die jeweiligen Besitzer nicht über den Weg laufen würden. Dann nämlich wäre die Sache sofort aufgeflogen, schließlich wusste keine der Besitzerinnen voneinander und niemand konnte ahnen, dass hier eine Sammelaktion organisiert wurde.

 

In den darauffolgenden Wochen versuchte Sabine immer wieder, die neue Besitzerin ihres Pferdes zu kontaktieren – vergeblich. Mehr als ein Jahr lang besteht lediglich Kontakt per SMS. Immer wieder hatte Sabine nach Fotos von Titzia gefragt, doch sie wird immer wieder mit neuen Ausreden vertröstet.

 

In den Osterferien 2017 kontaktierte Sabine die Dame erneut und erfuhr plötzlich, dass Titzia angeblich schon im Februar verstorben sei. Als Todesursache wurde ein Aorta-Abriss vermutet. Der Kontakt riss danach komplett ab.

 

Ein knappes Jahr vergeht. Zu Beginn des Jahres 2018 stößt Sabine dann auf einen Zeitungsbericht über verschwundene Beistellpferde und ihr erster Gedanke war „Das ist meine Geschichte“ Sofort wendet sie sich an die FN und erfährt, dass der Pferdepass von Titzia bereits 2016 eingeschickt und entwertet wurde. Am 02. Mai 2016 wurde die Stute offiziell aus dem Register ausgetragen. Ihre ehemalige Besitzerin konnte diese Sache jedoch nicht auf sich beruhen lassen und begann zu recherchieren. Anhand der Lebensnummer konnte sie nachverfolgen, dass Titzia im Landkreis Emsland der Schlachtung zugeführt wurde.

 

Das zuständige Veterinäramt hat zwischenzeitlich eingeräumt, dass Titzia niemals hätte geschlachtet werden dürfen und vermutet, dass ihr Equidenpass manipuliert wurde, indem die entsprechenden Seiten ausgetauscht wurden.

 

 

Hinweis: da es hierbei lediglich um die persönlichen Schilderungen einer Betroffenen handelt, kann keine Verantwortung von den Seitenbetreibern für die Richtigkeit der Darstellungen übernommen werden.