Das Schweizer Modell "AGATE"


Equiden-Registrierung nach dem Schweizer Vorbild:

 

Seit dem 1. Januar 2011 müssen alle Pferde auf www.agate.ch bei der Tierverkehrsdatenbank TVD registriert werden und einen Pferdepass erhalten. Nach dem 1. Januar 2011 geborene Fohlen müssen zudem per Mikrochip identifiziert werden. Von registrierten Tieren sind danach eine Ausfuhr, ein Wechsel des Eigentümers oder des Stalles und andere Lebensabschnitte der TVD zu melden.

  

https://www.agate.ch/portal/web/agate/equiden

 

https://www.agate.ch/portal/web/agate/lebensabschnitte-melden

 

Diese Registrierung soll langfristig auch in der gesamten EU umgesetzt werden, obliegt dann also einer staatlichen Kontrolle und hat folgende eklatante Vorteile:

 

  

Registrierung hat viele Vorteile 
 
Infektiöse Anämie der Pferde, West-Nil Fieber, Pferdepest – mit dem weltweiten Transport von Pferden und dem Klimawandel kann die Schweizer Pferdepopulation jederzeit mit neuen Seuchen konfrontiert werden. Die zentrale obligatorische Registrierung ist deshalb für Veterinärbehörden essentiell. Damit wird auch die bereits bestehende Registrierung fit gemacht für die Zukunft. 
 
Dezember 2009: Deutschland meldet einen Fall der Infektiösen Anämie EIA und signalisiert den Veterinärbehörden, dass aus dem Betrieb auch Tiere in die Schweiz verbracht wurden. Alles musste schnell gehen, um eine mögliche Weiterverbreitung zu vermeiden: die importierten Tiere identifizieren, lokalisieren, isolieren und beproben. Glücklicherweise endete die Geschichte (siehe rechts) gut: keines der Tiere hatte EIA und die Sperren konnten aufgehoben werden. All dies hätte bei einer zentralen Registrierung der Pferde in der TVD noch schneller geschehen können - ein wichtiger Vorteil im Seuchenfall. 
 
In einer globalisierten Welt 
 
Dank der obligatorischen Registrierung der Pferde wird es künftig möglich sein, die Tierverkehr-Datenbank (TVD) zu konsultieren und dort auf einen Blick ein importiertes Pferd zu identifizieren, samt seinem Eigentümer und dem Standort seines Stalls. Dadurch können Schutzmassnahmen noch schneller ergriffen werden – im Interesse aller. Und diese neuen Handlungsmöglichkeiten brauchen wir, denn in einer globalisierten Welt und mit den sich anbahnenden Klimaänderungen müssen wir mit dem Erscheinen neuer Krankheiten in der Schweiz und mit dem Wiederauftauchen altbekannter Tierseuchen rechnen. 
 
Internationaler Standard 
 
Auch in der Europäischen Union ist die Identifizierung und Registrierung von Equiden obligatorisch und dies seit Juli 2009. Zudem kennen weitere Ländern ähnliche Regelungen. Die Registrierung und der Mikrochip entwickeln sich zum internationalen Standard. 
 
Bestehendes verbessern 
 
Die Registrierung von Pferden ist nichts Neues. Was heute bei verschiedenen Verbänden vorliegt, wird künftig in einer zentralen Datenbank verfügbar sein. Dies ist wichtig für die Veterinärbehörden, bedeutet aber auch eine Verbesserung für die gesamte Pferdebranche.

 

Beispiel: die Stute Wanessa wurde mit einem "Schutzvertrag" abgegeben, der  von einer Juristin individuell aufgesetzt wurde. In diesem  Vertrag sind verschiedene Klauseln hinterlegt, die das Pferd hätten schützen sollen – leider ohne Erfolg, denn der Zuchtverband hat erst kürzlich bestätigt, dass der Pferdepass zurückgeschickt und entwertet wurde. In diesem Zusammenhang fiel auch der Hinweis, dass das Pferd sehr wahrscheinlich geschlachtet wurde. Hierfür muss man wissen, dass ein Abdecker keine Pferdepässe mitnimmt. Die Verbände oder die FN erhalten in regelmäßigen Abständen von den zugelassenen Schlachtbetrieben Kartons voller Pferdepässe. Dies ist Vorschrift und funktioniert auch ganz offensichtlich. Lediglich die Kontrollen auf den Schlachthöfen durch die Amtstierärzte, die jedes Pferd begutachten und zur Schlachtung zulassen müssen, scheinen schwierig zu sein, denn ansonsten hätte diese Stute niemals der Schlachtung zugeführt werden dürfen. Da jedoch die neue „Eigentümerin“ und mit dem Wissen um den Status Nicht-Schlachtpferd verpflichtet ist, den Equidenpass auf dem aktuellen Stand zu halten, liegt hier ein eindeutiger Verstoß gegen sämtliche Auflagen, Bestimmungen und Vorschriften vor. Von einem möglichen Lebensmittelskandal möchte man an dieser Stelle erst gar nicht sprechen.

 

Dieser Verdacht erhärtet sich allerdings, wenn man sich mit der Geschichte von Tizia näher befasst. Die Traber-Stute, die vor 10 Jahren vor dem Schlachter gerettet wurde und aufgrund Lahmheit - verursacht durch eine chronische Gelenksentzündung - mit Kortison und weiteren Medikamenten behandelt wurde, wurde ebenso und nachweislich im Emsland geschlachtet. Das Pferd ist im besagten Schlachthof namentlich gelistet und der verantwortliche Amtstierarzt, der die Schlachtung freigegeben hat, wurde hierzu bereits von Pressevertretern befragt. Er hat im März 2018 bestätigt, dass der Pass der Stute manipuliert wurde. Die Seite, auf der der Schlacht-Status festgelegt war, wurde allem Anschein nach ausgetauscht.