Verkauft ist eben nicht verkauft!

 


Unsere liebe "Käuferin" hat sich natürlich nicht als gewerbliche Händlerin zu Erkennen gegeben, was unzählige Zeugen bestätigen können. Erst im Februar 2018 hat sie dies zwecks Rechtfertigung in der Öffentlichkeit preisgegeben. Wenn das mal kein Fehler war........

 


Verkauf eines „Gnadenbrotpferdes

 

Dr. Dietrich Plewa     

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht 

schreibt dazu:

 

"Nur äußerst selten befasst sich der BGH mit Prozessen, die in erster Instanz beim Amtsgericht geführt werden. Ausnahmsweise ist das allerdings dann möglich, wenn das Berufungsgericht ausdrücklich eine Revision zulässt. Mit einem solchen Fall befasst sich dieser Beitrag, weil der vom BGH entschiedene Rechtsstreit interessante Fragen behandelt, die sich beim Verkauf von „Gnadenbrot-“ oder „Beistellpferden“ ergeben können.

 

Die Ausgangslage:

 

Die Eigentümerin (E) eines Pferdes, das sich aus Krankheitsgründen nicht mehr als Reitpferd eignete, suchte einen guten Platz für das „Altenteil“ des Pferdes, legte aber Wert darauf, dass der Käufer kein Händler sein dürfe. Die spätere Beklagte des Rechtsstreites (B) kaufte das Pferd für 750,00 EUR, verschwieg dabei aber, dass sie als Pferdehändlerin tätig war und erweckte den Eindruck, sie werde das Pferd gesund pflegen und ihm dann das Gnadenbrot gewähren.

 

Der geschilderte Fall ist nicht eben selten. Es kommt immer wieder vor, dass ein Pferdehalter einen guten Platz für sein ausgedientes Reitpferd sucht und es sehr günstig als „Gnadenbrot-’’ oder Beistellpferd anbietet. Es treten dann Kaufinteressenten auf den Plan, die „genau so ein Pferd als Beistellpferd“ suchen. Kaum ist der Kaufvertrag abgeschlossen und abgewickelt, wird dann von dem Erwerber, bei dem es sich tatsächlich um einen unseriösen Händler handelt, mit einem erheblichen Aufschlag zum Kauf angeboten.

 

Das mit dem geschilderten Fall befasste Amtsgericht ebenso wie das Berufungsgericht stellten jedoch fest, dass der Verkäufer in einem solchen Fall zur Anfechtung des Kaufvertrages berechtigt ist. Das Verschweigen der Händlereigenschaft, verbunden mit der Erklärung, das Pferd als Gnadenbrotpferd zu pflegen, stellt nach Auffassung beider Gerichte eine arglistige Täuschung dar. Diese Bewertung ist vom BGH bestätigt worden.

 

Durch die Anfechtung wird der Kaufvertrag von Anfang an nichtig. Das bedeutet: Der Pferdehändler muss das Pferd wieder herausgeben, allerdings nur gegen Rückzahlung des vereinbarten Kaufpreises. In dem geschilderten Fall betrug der 750,00 EUR, während das Pferd dann für 3.400,00 EUR weiterveräußert wurde. Hätte die E die B verklagt, wäre die B verurteilt worden, das Pferd und die Röntgenbilder herauszugeben gegen Zahlung eines Betrages von 750,00 EUR."


Weitere Links zum Thema:

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Betrügerischer Pferdehandel


Abzocke mit kranken Pferden