Fromera, die hübsche Oldenburger Stute ist seit Januar 2017 spurlos verschwunden.

 

Ihre Besitzerin schrieb uns ihre Geschichte auf: "Auch ich musste leidvolle Erfahrungen nach dem Verkauf meiner Stute Fromera machen, die ich der Öffentlichkeit berichten möchte, um die Menschen vor der miesen Masche mit den sogenannten Beistellpferden zu warnen.

 

Ich bin eine Geschädigte von einem Sebastian A. und einer jungen Dame, die sich fälschlicherweise als Marlene Krüger ausgegeben hat. Ihren richtigen Namen habe ich mittlerweile in Erfahrung bringen können.

 

Meine Stute Fromera habe ich Ende Januar 2017 abgeben müssen, da sich meine gesamten Lebensumstände abrupt und unvorhersehbar änderten und ich daher nicht mehr genug Geld für ihre Unterhaltung aufbringen konnte. Darum habe ich sie etwa Ende 2016 über eBay Kleinanzeigen inseriert. Anfang 2017 meldete sich tatsächlich ein sympathisch klingender Mann. Wir schrieben hin und her, tauschten Nummern aus und ich schickte ihm Bilder meiner Stute. Im Gegenzug bekam ich Fotos von seinem gepflegt wirkenden Offenstall. Er interessierte sich sehr für Fromera und wollte sie auch möglichst schnell abholen, da das Pferd dieser Marlene alleine stände. Sein Kumpel wäre angeblich in einer Nacht- und Nebelaktion in einen anderen Stall verbracht worden und daher wäre die Suche nach einem geeigneten Artgenossen sehr dringlich.  

 

Wir vereinbarten dennoch zunächst einen Besichtigungstermin bei mir zuhause, denn natürlich wollte ich mir einen persönlichen Eindruck von den Leuten verschaffen, denen ich mein Pferd womöglich anvertraue. Am 30.01.2017 war es dann soweit, doch brachten die Beiden tatsächlich schon einen Anhänger mit. Darüber war ich allerdings nicht weiter verwundert, da sie ja angeblich aus Herford kamen und der Weg ins Ammerland doch einige Zeit in Anspruch nimmt.

 

Wir haben erstmal ausführlich miteinander geredet. Ich habe Fromera im Schritt und um Trab vorgestellt und über sämtliche Besonderheiten informiert. So z.B. neigte Fromera bei matschigen Bodenverhältnisse zu Mauke und bekam recht schnell angelaufene Beine, wenn sie sich nicht ständig frei bewegen konnte. Sie hatte altersbedingt Arthrose, was wir aber durch die Haltung in einem Offenstall gut beherrscht haben. Darum konnte sie auch noch leicht geritten werden, auch wenn ich schon vor längerer Zeit ihrer Gesundheit zuliebe auf das Springen verzichtet habe. Sebastian und Marlene staunten darüber, dass Fromera trotz ihres Alters, das man eigentlich nur an ihren grauen Haaren am Kopf erkennen konnte, noch so gut in Form war.

 

Nachdem wir uns ausführlich besprochen hatten, legte uns Marlene einen Schutzvertrag vor. Weil ich davon ausging, dass meine Stute durch die Vereinbarungen ausreichend vor Missbrauch geschützt sein wird, unterschrieb ich das Papier. Auch Marlene zeigte sich mit meinen Änderungswünschen einverstanden und so wurden wir uns einig. Erst später stellte sich heraus, dass sie mit falschem Namen unterschrieben und eine falsche Angaben Adresse angegeben hat.

 

Sebastian und Marlenen wollten meine Stute natürlich sofort mitnehmen, dafür hatten sie ja den Anhänger bereits dabei. Zusammen haben wir alle Sachen von Fromera ins Auto geladen. Ihr sollte es schließlich an nichts fehlen und darum gab ich den beiden ihren Sattel, die Trense, den Putzkoffer mit diversen Putzsachen, ihre Decken, Schabracken, Bandagen usw. mit. Generell ging Fromera nie gerne auf einen Anhänger, aber an diesem Tag ging sie sofort und ohne zu zögern auf den Transporter. Ob sie sich in den Händen der Beiden schon so wohlgefühlt hat? Es sah jedenfalls alles danach aus, als wenn meine Stute diesen Leuten vertrauen würde, was mir den Abschied etwas leichter machte.  Sebastian und Marlene haben mir bei ihrer Abfahrt noch angeboten, dass ich Fromera jederzeit besuchen könne und man mir dann auch einen Schlafplatz anbieten würde. Pass und die Zuchturkunde wurden noch ausgetauscht und die beiden fuhren los.

 

Nach etwa einer Woche kam aber der Schock. Ich stieß bei Facebook auf einen Beitrag, in dem eine junge Frau ihre Pferde suchte, die sie an einen Mann mit einem gepflegt wirkenden Offenstall aus der Nähe von Herford abgeben hat. Sehr schnell wurde klar, dass es sich um die gleichen Personen handelte, denen ich erst vor wenigen Tagen meine Fromera anvertraut hatte. Die Dame und ihr Mann, die ihre Suche bei Facebook öffentlich gemacht haben, fuhren in diesen Ort - doch die Pferde waren bereits weg. Sie fanden nur noch die Decke und das Halfter, das Fromera an dem Tag trug, als sie abgeholt wurde. 

 

In den nächsten Wochen fuhr ich voller Sorge um Fromera zu allen mir bekannten Pferdemärkten im norddeutschen Raum, um nach ihr zu suchen. Darüber bekam ich tatsächlich einen Hinweis - Fromera soll bei einem einschlägig bekannten Händler namens Olaf S. aus Braunschweig/Vordorf gesichtet worden sein. Sofort machte ich mich auf den Weg dorthin, um nach ihr zu suchen. Ich fuhr zu der erstgenannten Adresse: ein Haus an einem Wald mit Wiese dran. Ich fand zwei Pferde, ein schwarzes und ein braunes. Ich lief weiter durch den Wald bis direkt zur Weide, so dass ich erkennen konnte, dass es sich bei dem braunen  Pferd nicht um Fromera handelte. Danach fuhr ich zu der zweiten Adresse, die man mir gegeben hatte. Dort angekommen, konnte ich nicht glauben, was ich sah: ich kam an einen Weg, an dem sich links und rechts zwei Weiden befanden - mit mindestens 30 Pferden auf jedem Teilstück. Leider konnte ich aber nichts erkennen, denn die Pferde wurden in der Mitte der Weide gehalten und waren vom Weg abgezäunt. Unverrichteter Dinge und sehr enttäuscht fuhr ich Hause, weil es keinen mehr Sinn hatte. Den Händler habe ich auch nicht an seiner Wohnanschrift angetroffen und zudem waren wir ja auch nur zu zweit, so dass wir auch kein Risiko eingehen wollten.

 

Seitdem habe ich keine Spur, keinen Anhaltspunkt und kein Lebenszeichen mehr von Fromera. Wir versuchten noch, uns zu organisieren, denn schnell bekam ich Kontakt zu weiteren Betroffenen, die ihre Pferde in gutem Glauben an den Händler Olaf S. aus Vordorf gegeben haben. Leider war der Zusammenhalt in dieser Gruppe aber nur von sehr kurzer Dauer, denn die meisten kümmerten sich nur um die eigenen Angelegenheiten und niemand war wirklich bereit, gemeinsam gegen diese Machenschaften vorzugehen. Vermutlich hätten wir im Verbund sehr viel erreichen können, aber so zog ein jeder seine eigene Suche mit mehr oder weniger Engagement durch. Keines der Pferde konnte bis heute gefunden werden.

Sarah E.

 

 

Hinweis: da es hierbei lediglich um die persönlichen Schilderungen einer Betroffenen handelt, kann von den Seitenbetreibern  keine Verantwortung für die Richtigkeit der Darstellungen übernommen werden.