Die verschwundenen Pferde aus Niedersachsen

Die miese Masche mit den Beistellpferden

Abgewichst trifft auf blauäugig

Alles begann im November 2017 mit einem Suchpost bei Facebook. Eine junge Frau aus Berlin suchte darüber ihr Pferd, das sie aus gesundheitlichen Gründen in bester Absicht als Beisteller nach Niedersachsen abgegeben hat. Nachdem daraufhin weitere Pferdebesitzer gemeldet und sich zusammengeschlossen haben, begann die Suche nach weiteren Opfern über die sozialen Netzwerke. Dadurch entstand im Laufe der letzten Monate eine regelrechte Lawine, denn es meldeten sich immer mehr ehemalige Besitzer, die ihre Pferde ebenso in vermeintlich fürsorgliche Hände abgegeben haben. Leider stellte sich schnell heraus, dass alle Betroffenen auf eine äusserst perfide und raffiniert durchdachte Masche reingefallen sind.

 

Nach heutigem Stand sind mindestens 55 Pferde aus Grasberg/Beverstedt/Loxstedt verschwunden sind. Die Dunkelziffer dürfte ungleich höher sein. Die Drahtzieher haben zumindest bis Juni 2017 aktiv Pferde als Beisteller über sämtliche Verkaufsportale gesucht und offensiv Besitzer angeschrieben, die entsprechende Anzeigen aufgegeben haben. Bis heute findet man diese Anzeigen im Netz - sie tragen den Titel:

 

“Schöne Rentneraufgabe an der See zu vergeben.”

 

Die betroffenen Pferde wurden zwischen 2013 und 2017 als Beisteller für eine ehemalige Zuchtstute abgegeben. Allen Besitzern wurde ein Platz auf Lebenszeit für die Pferde garantiert. Der Kontakt kam meist aufgrund eines Inserats der Dame bei „Ebay Kleinanzeigen“ zustande. Die Haltungsbedingungen waren bei den vielfach durchgeführten Vorkontrollen einwandfrei und der telefonische und  persönliche Kontakt mit der Dame und ihrem Lebensgefährten stets sehr nett und freundlich. 

 

Erst über die diversen Suchmeldungen bei „Facebook“ wurde erkennbar, dass diese Dame eine Vielzahl von Pferden anvertraut bekommen hat und der Verdacht verhärtete sich immer mehr. Auskünfte zu dem Verbleib der meisten Pferde wurden von der verantwortlichen Dame beharrlich verweigert. Einige Pferde seien angeblich bereits verstorben, wobei immer wieder die gleiche Todesursache genannt wurde: Aortaabriss oder Kolik. Bis heute wurden weder diese angeblich toten noch alle weiteren Pferde bei den zuständigen Verbänden abgemeldet. 

 

Unsere Recherchen haben weiterhin ergeben, dass diese Dame an manchen Tagen bis zu drei Pferde übernommen hat, ohne dass sich die jeweiligen Besitzer vor Ort begegnet sind. Die ganze Vorgehensweise und Planung war also geprägt von besonderer Raffinesse und durchdachter Taktik.

 

Besondere Brisanz bekam diese Geschichte im März diesen Jahres, weil recherchiert werden konnte, dass mindestens zwei Pferde, die als “Nicht-Schlachtpferd” im Equidenpass eingetragen waren, doch in die Schlachtung gegangen sind. Dieser Sachverhalt wurde bereits von offizieller Seite vom Landkreis Emsland bestätigt und ist nun ein Fall für die Lebensmittelkontrolleure.

 

Im Laufe der Zeit stellte sich auch heraus, dass diese Machenschaften auch an anderen Standorten mit ähnlichen bzw. vergleichsweisen Methoden praktiziert werden. Am Ende geht es diesen Personen aber immer um das Gleiche: es werden möglichst günstig Pferde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aufgenommen, um diese gewinnbringend zu verschachern. Selbst durch den Verkauf zum Schlachtpreis lässt sich noch der ein oder andere Euro - meist am Fiskus vorbei - verdienen.

 

Diese Seite soll u.a. der Aufklärung über das miese Geschäft mit den Beistellpferden dienen. Die Besitzer der hier gesuchten Pferde mussten auf bittere Art und Weise feststellen, mit welch krimineller Energie Vertrauen missbraucht oder Notsituationen ausgenutzt wurden.

 

Bitte verbreitet diese Seite weiträumig, damit diese schäbigen Geschäfte zu Lasten der Pferde zukünftig keinen Nährboden mehr finden. Auch die Justiz befasst sich mittlerweile intensiv mit diesen Fällen, denn es wurden dutzende Strafanzeigen erstattet. Auch zivilrechtliche Verfahren wurden eingeleitet.

 

Die betroffenen Besitzer werden die Hoffnung nicht aufgeben und solange weitersuchen, bis das Schicksal der Pferde geklärt ist. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir niemandem ein Pferd wegnehmen werden, das rechtmäßig erworben wurde. Sollten die Pferde tatsächlich über Umwege ein gutes Zuhause gefunden haben, so möchten wir lediglich wissen, ob es ihnen gutgeht.

 

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Wer kann Hinweise zu dem Verbleib der Pferde geben?

Telefon: 0160/98456856



Standorte, an denen die Pferde abgegeben wurden:

  • 27612 Loxstedt
  • 27616 Beverstedt/Stubben
  • 28879 Grasberg

Ähnliche Fälle sind bekannt aus:

  • 27374 Visselhövede
  • 38533 Vordorf
  • 32609 Hüllhorst